Kurtaxe und City Tax in Europa: der komplette Leitfaden für Ferienvermieter (Update 2026)

Zuletzt aktualisiert: März 2026
Wenn du in Europa eine Unterkunft an Reisende vermietest, bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit gesetzlich verpflichtet, eine Kurtaxe oder City Tax einzuziehen — und sie fristgerecht an die richtige Behörde abzuführen. Booking.com und Airbnb ziehen sie in manchen Regionen automatisch ein, aber nicht überall und nicht für jeden Aufenthalt. Sobald ein Gast direkt auf deiner eigenen Website bucht, liegt die Verantwortung in der Regel komplett bei dir.
Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land und oft von einer Gemeinde zur nächsten. Dieser Leitfaden erklärt, wie die Kurtaxe in den fünf größten europäischen Märkten für Kurzzeitvermietung funktioniert, wer für den Einzug verantwortlich ist, wo sie gemeldet wird und welche Fehler Vermietern am häufigsten unterlaufen.
Spanien
Spanien hat keine einheitliche nationale Kurtaxe. Sie wird auf regionaler Ebene festgelegt, sodass deine Pflichten vollständig davon abhängen, wo die Unterkunft liegt. Katalonien und die Balearen sind die bekanntesten Beispiele, und weitere Regionen haben eigene Varianten eingeführt oder diskutieren darüber.
- Wie es funktioniert: Meist ein fester Betrag pro Person und Nacht, der je nach Art und Kategorie der Unterkunft und oft je nach Saison variiert. Viele Regionen deckeln ihn nach einer festgelegten Zahl von Nächten und ermäßigen ihn für Kinder oder befreien sie ganz.
- Wer sie einzieht: Du, der Gastgeber. Der Gast zahlt sie als Teil des Aufenthalts, und du bist für die Abführung verantwortlich, auch wenn eine OTA das nicht für dich übernimmt.
- Wo gemeldet wird: Bei der regionalen Steuerbehörde, meist über eine periodische Selbstveranlagung (in mehreren Regionen vierteljährlich). Du meldest dich als Betreiber an und reichst Erklärungen über verkaufte Nächte und geschuldete Steuer ein.
Häufiger Fehler: anzunehmen, eine OTA habe sie bereits eingezogen. Plattformen übernehmen die Steuer in einigen spanischen Regionen, aber nicht in allen — und fast nie bei Direktbuchungen, was eine Lücke lässt, die leicht übersehen wird, bis eine Prüfung sie aufdeckt. Beträge und Regeln unterscheiden sich stark nach Region, bestätige die aktuellen Zahlen daher immer bei deiner örtlichen Behörde.
Frankreich
Frankreich betreibt ein alteingesessenes System, die taxe de séjour, die Gemeinde für Gemeinde beschlossen wird. Fast jeder Touristenort erhebt sie, und Beträge sowie genaue Regeln werden lokal festgelegt.
- Wie es funktioniert: Meist pro Person und Nacht berechnet. Für klassifizierte Unterkünfte ist der Betrag eine feste Summe innerhalb einer gesetzlichen Spanne; für nicht klassifizierte möblierte Vermietungen ist es oft ein Prozentsatz des Übernachtungspreises pro Person, gedeckelt auf den höchsten Satz klassifizierter Häuser. Viele Gemeinden erheben zusätzlich einen departementalen Zuschlag.
- Wer sie einzieht: Grundsätzlich der Gastgeber. Online-Plattformen sind jedoch gesetzlich verpflichtet, die Steuer bei über sie getätigten Buchungen einzuziehen und abzuführen — bei OTA-Buchungen übernimmt das also oft die Plattform, während Direktbuchungen in deiner Verantwortung bleiben.
- Wo gemeldet wird: Bei der Gemeinde (commune), die ihren eigenen Melde- und Zahlungskalender festlegt. In der Regel führst du ein Register der Nächte und zahlst die eingezogene Steuer in festgelegten Abständen an die Gemeinde.
Häufiger Fehler: den falschen Satz verwenden, weil die Unterkunft nicht klassifiziert ist, oder den departementalen Zuschlag vergessen. Da jede commune ihre eigenen Zahlen festlegt, prüfe stets den Satz deiner konkreten Gemeinde, statt einen landesweiten Wert anzunehmen.

Italien
Die italienische imposta di soggiorno wird auf kommunaler Ebene beschlossen und von den meisten großen Touristenstädten erhoben — darunter Rom, Florenz, Venedig und Mailand. Jede comune verfasst ihre eigene Regelung.
- Wie es funktioniert: In der Regel ein fester Betrag pro Person und Nacht, der je nach Unterkunftsart und Sternekategorie variiert und meist nach einer bestimmten Zahl aufeinanderfolgender Nächte gedeckelt ist. Kinder unter einem bestimmten Alter sind häufig befreit.
- Wer sie einzieht: Du ziehst sie vom Gast ein und handelst als Einzugsstelle für die Gemeinde. Plattformen führen sie in einigen italienischen Städten ab, doch der Gastgeber haftet letztlich für direkt gebuchte Aufenthalte.
- Wo gemeldet wird: Bei der comune, meist über eine periodische Erklärung und Zahlung, in vielen Städten zusätzlich über eine Jahreserklärung, die Gäste und Nächte zusammenfasst. Einige Gemeinden verlangen die Meldung über ein eigenes Online-Portal.
Häufiger Fehler: die Nächte-Deckelung nicht anzuwenden oder zu übersehen, dass ein Nachbarort einen völlig anderen Satz hat. Italiens Regeln sind hyperlokal, prüfe daher den aktuellen Tarif und die Befreiungen bei der konkreten comune, in der deine Unterkunft liegt.
Deutschland
Deutschland erhebt eine Abgabe auf Städteebene, die je nach Kommune Kurtaxe (Kur- bzw. Fremdenverkehrsabgabe) oder Bettensteuer / City Tax (Übernachtungssteuer) heißt. Berlin, Hamburg, Köln und viele Kurorte haben jeweils ihr eigenes Modell.
- Wie es funktioniert: Manche Städte berechnen einen Prozentsatz des Netto-Zimmerpreises, andere einen festen Betrag pro Person und Nacht. Historisch galten mehrere City-Steuern nur für touristische (nicht geschäftliche) Reisen, auch wenn sich die Regeln weiterentwickelt haben.
- Wer sie einzieht: Der Beherbergungsbetrieb — also du — zieht sie von den Gästen ein und zahlt sie an die Stadt.
- Wo gemeldet wird: Bei der kommunalen Behörde (dem Steueramt der Stadt), in einem lokal festgelegten Rhythmus, oft mit einer Anmeldung, bevor du den Betrieb aufnimmst.
Häufiger Fehler: die Kurtaxe mit der Übernachtungssteuer verwechseln oder eine Befreiung für Geschäftsreisen übersehen, wo sie noch gilt. Wie immer sind die Regeln der jeweiligen Stadt maßgeblich — bestätige sie daher vor Ort.

Portugal
Die portugiesische taxa turística (oder taxa municipal turística) wird von der jeweiligen Gemeinde festgelegt. Lissabon und Porto sind die prominentesten Fälle, gefolgt von einer wachsenden Zahl von Küsten- und Algarve-Orten.
- Wie es funktioniert: Meist ein fester Betrag pro Gast und Nacht, der nur für Erwachsene und nur für eine begrenzte Anzahl von Nächten pro Aufenthalt gilt. Einige Gemeinden variieren den Satz nach Saison.
- Wer sie einzieht: Du ziehst sie beim Aufenthalt von den Gästen ein und führst sie an die Gemeinde ab. Bei Direktbuchungen gibt es keine Plattform, auf die du dich verlassen kannst.
- Wo gemeldet wird: Bei der örtlichen câmara municipal, meist über eine periodische Erklärung und Zahlung im System der Stadt.
Häufiger Fehler: die Steuer für Kinder oder über die gedeckelte Nächtezahl hinaus berechnen oder annehmen, der Satz von Lissabon gelte auch anderswo. Jede Gemeinde legt ihre eigenen Zahlen fest — prüfe daher die, die für deine Unterkunft zuständig ist.
So bleibst du in jedem Land regelkonform
Über diese fünf Märkte hinaus erheben die meisten europäischen Reiseziele — von den Niederlanden und Belgien bis Österreich, Kroatien und Griechenland — irgendeine Form von Kur- oder Übernachtungssteuer, fast immer lokal beschlossen. Der rote Faden ist klar: Die Beträge sind klein, aber die Meldung ist umständlich, hyperlokal und unnachsichtig gegenüber Fehlern. Ein paar Grundsätze halten dich überall auf der sicheren Seite:
- Nimm nie an, die OTA habe es erledigt. Der Einzug durch Plattformen ist von Region zu Region lückenhaft und deckt Direktbuchungen selten ab. Bucht ein Gast auf deiner eigenen Website, liegt die Pflicht fast immer bei dir.
- Stelle dem Gast transparent in Rechnung. Zeige die Kurtaxe als klare Position im Checkout, damit es keine Überraschungen gibt und deine Auszahlung nie von einer vergessenen Abgabe aufgezehrt wird.
- Führe saubere Aufzeichnungen. Verkaufte Nächte, Gäste, Befreiungen und eingezogene Beträge — genau die Daten, die jede Gemeinde bei der Meldung verlangt.
- Prüfe den aktuellen Satz vor Ort. Die Zahlen ändern sich und variieren nach Gemeinde und Saison; bestätige sie vor jeder Saison bei der zuständigen Behörde.
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